Christus in der Eucharistie begegnen

Emmanuel, das heißt: Gott ist mit uns. Diese Erfahrung steht im Zentrum für die Mitglieder der Gemeinschaft Emmanuel. Dieses Wissen um die Nähe Gottes zu uns möchten wir in die Welt hinaustragen und in unserem normalen Alltag sichtbar werden lassen. Dass der Glaube für uns wichtig ist, soll nicht nur gezeigt werden, wenn wir die Hl. Messe besuchen, sondern in allen Tätigkeiten unseres Lebens. Damit Gott aber in jedem Bereich des Alltags ganz gegenwärtig sein kann und wir eine enge Beziehung mit Gott leben können, brauchen wir eine regelmäßige Zeit des Gebetes, in der wir bei Gott sind.

Das große Geheimnis der Liebe Gottes betrachten
Seit der Gründung der Gemeinschaft gibt es die Erfahrung, dass gerade in der Anbetung die Nähe Gottes sehr deutlich sichtbar wird. Deshalb entscheiden wir uns, jeden Tag eine bestimmte Zeit diese besondere Form des stillen Gebetes zu leben. Die Anbetung ist das Gebet vor dem Allerheiligsten Brot des Altares, der Eucharistie. Hier begegnen wir Jesus selbst in der einfachen und armen Gestalt des Brotes. Hier dürfen wir Christus als unseren Bruder, der in diesem Moment ganz für uns da ist, erfahren. Es ist, als ob man sich mit einem guten Freund träfe, um ihm Zeit zu schenken, ihm zuzuhören und mit ihm zu sprechen. Auch wenn es letztlich ein Geheimnis bleibt, dass Gott sich so klein macht und uns nahe kommt, so gibt es kaum eine schönere Möglichkeit, Gott zu betrachten, sich von ihm anschauen zu lassen und so sein zu dürfen wie man ist.

Wir dürfen zu ihm kommen mit all unserer Armut, mit unseren Sorgen, unseren Wünschen und Bitten, aber auch, um ihm zu danken, für unser Leben und alles, was wir schon von ihm erhalten haben. Die tägliche Begegnung mit Gott in der Eucharistie verwandelt unser Leben bis Christus immer mehr in all unserem Denken, Sprechen und Handeln gegenwärtig ist. Der persönliche Glaube an Gott und der Versuch, einen bewussten und lebendigen Glauben zu leben, verändert unser eigenes Leben und gibt ihm eine neue Qualität. Im Zentrum der Anbetung zeigt sich Gott, wie er ist und welchen Plan der Liebe er mit uns hat. 

Die Sprengkraft der Barmherzigkeit Gottes
Es sind zwei wichtige Erfahrungen, die uns in der Anbetung geschenkt werden. Die erste ist die Zusage Gottes, dass er kein ferner Gott ist, sondern uns ganz nahe ist, egal, wo wir gerade sind und was wir gerade tun. Gott sagt uns seine Gegenwart zu und gibt uns sein Versprechen, immer treu zu sein und uns niemals fallen zu lassen! Die zweite wichtige Erfahrung ist die der barmherzigen Liebe Gottes. In der Anbetung dürfen wir erfahren, dass Gott einen Blick der Liebe für uns hat, dass er uns immer seine Barmherzigkeit schenken will und uns nicht verurteilt, egal was in unserem Leben auch gewesen sein mag. Immer mehr dürfen wir erkennen, wie groß die Liebe Gottes für uns ist und dass diese Liebe keine Grenzen kennt. Dieses Wissen um die Gemeinschaft mit Gott, seine Sehnsucht nach jedem Menschen ganz persönlich und seine vergebende Liebe helfen immer wieder, neu anzufangen und uns selbst so zu lieben wie wir sind. Gott hilft uns, unsere Armut anzunehmen und zu verstehen, dass wir ihn brauchen.

Unsere eigene Not und unsere Fragen werden in der Anbetung in eine große Freude und Hoffnung verwandelt. Wir erkennen, dass Gott unser Glück will und dass er jedem Menschen Freude und Freiheit schenken will, die größer sind als das, was wir selber machen können. Aus der Anbetung, in der wir die Freude über die Schönheit Gottes und seiner Schöpfung erkennen, kommt zum einen das Mitleiden mit den Menschen, die Gott nicht kennen mit all ihren Nöten und zum anderen die Sehnsucht, Gott zu allen Menschen zu bringen, also zur Mission. Wir erkennen, dass das Geschenk des Glaubens nicht unsere Leistung - und auch kein Privatbesitz - ist. Es drängt uns deshalb, die Nachricht von der Liebe Gottes und seiner Barmherzigkeit allen Menschen weiter zu geben.


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